Tierethische Positionen – Teil 7

Der Kantianismus kann, wie ihr gleich feststellen werdet, unterschiedlich ausgelegt werden ud  führt dadurch einmal zu negativen Pflichten und einmal zu positiven Pflichten gegenüber Tieren.

Laut Kant haben wir gegenüber Tieren keine direkten Pflichten. Wir schulden es uns allerdings selbst, Tieren nicht mutwillig Leid zuzufügen, da wir sonst moralisch abstumpfen und verrohen würden. Warum wir nur negative Pflichten erfüllen müssen und Tiere an sich keine moralischen Wesen sind, erklärt er damit, dass sie nicht das Vermögen besitzen, rationale und vernünftige Entscheidungen zu treffen. Sie sind deshalb im Gegensatz zum Menschen lediglich Mittel zum Zweck und werden somit auch aus dem „Reich der Zwecke“ ausgeschlossen und beim Wechselseitigkeitsargument nicht berücksichigt, welches die Verbindung von Rechten und Pflichten, die Menschen einander gegenüber haben, darlegt.

Laut Christine Koorsgard verleihen wir uns jedoch selbst als Wesen Wert, indem Dinge für uns natürlich gut oder schlecht sind, was ihrer Ansicht nach bedeutet, dass wir unserem tierischen Selbst Wert verleihen. Folglich müssten wir Tiere doch als Zwecke an sich ansehen und hätten ihnen gegenüber dementsprechende Pflichten.

Fraglich ist also, ob das „Vernunftargument“ als Ausschlusskriterium für die Aufnahme in die moralische Gemeinschaft ausreicht.

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