Tierethische Positionen – Teil 8

Ein weiterer Ansatz ist der der Tugendethik.

Rosalind Hursthouse kritisiert den Begriff des moralischen Status, da er zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führe. Stattdessen baut der Ansatz auf dem Prinzip der „Tugend-und-Lasten-Regel“ auf, wobei problematisch betrachtet wird, dass Tugendwörter nicht in jeder Situation tugendhaftes Handeln beschreiben. (z.B. ein mutiger Bankräuber) Zudem besteht die Gefahr, zu tugenhaft zu sein. (z.B. wenn man aus Liebenswürdigkeit dem eigenen Hund übermäßig viele Leckerlies gibt)

Als besonders wichtige Tugend in Bezug auf die Tierethik wird die Besonnenheit genannt. Besonnene haben ihre Begierden mit ihrer Vernunft in Einklang gebracht. Diese Individuen würden demnach auf Fleischkonsum verzichten, da die Vernunft ihnen das als moralisch verwerflich aufzeigen würde.

Tugendhaftes Verhalten impliziert laut Hursthouse zudem, dass man es anderen Individuen ermöglicht, die jeweiligen Interessen zu verfolgen. Folglich müssten auch die Interessen der empfindungsfähigen Tiere respektiert werden, da eine andere Behandlung gefühllos und somit nicht tugendhaft wäre.

Es kann jedoch kritisch betrachtet werden, dass die Tiere nicht um ihrer selbst willen berücksichtigt werden, sondern nur, um die menschliche Tugendhaftigkeit zu wahren. Somit ist der Tugendansatz ein anthropozentrischer Ansatz.

 

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