Tierethische Positionen – Teil 9

Die Mitleidsethik ist in gewisser Weise mit der Tugendethik verknüpft.

Dabei wird davon ausgegangen, dass Mitleid ein natürlicher Affekt des Menschen ist. Kritikern wird entgegengehalten, dass Mitleid/Mitgefühl durchaus ein kognitives Element beinhaltet. es wird allerdings von situativen, akteursrelativen Faktoren beeinflusst und ist deshalb tendenziell unzuverlässig. Aufgrund dessen soll laut dem Ansatz das Mitleid universalisiert und zu einer Tugend verfestigt werden. Um moralisch qualifiziert zu sein, muss es nämlich von allen moralischen Subjekten gefordert werden, um allgemeine Verbindlichkeit zu erlangen. Damit vereint die Mitleidsethik präventive wie auch kurative Maßnahmen bezüglich moralischer Handlungen (Unterlassung von Schädigung wie auch Hilfe in Notfällen). Man spricht dabei auch von einem Doppelcharakter.

Zudem wird der Begriff „moralische Liebe“ verwendet, um den Charakter des Mitleids zu verdeutlichen. Es wird dabei als moralische Umorientierung definiert, die verlangt, dass man sein Aufmerksamkeitsvermögen entwickelt und nach außen, auf andere, richtet.

Problematisch ist der Ansatz aufgrund des möglichen Motivationsverlustes, der bei der Übertragung vom Affekt auf die allgemeine Einstellung einsetzen könnte.

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