Wie definiere ich mich?

Phasenweise beschäftige ich mich mal mehr mal weniger mit mir selbst als Individuum und mit der Frage, was mich zu dem Menschen macht, der ich nun mal bin.

Gerade ist der Prozess der Selbst(er)findung wieder in vollem Gange und ich komme immer wieder zu dem selben Ergebnis: ich definiere mich über die falschen Dinge und bin deswegen dauerhaft unzufrieden, weil es gar nicht möglich ist, den Anforderungen und den Charakteristika gerecht zu werden, die mich beschreiben sollen (unabhängig davon, ob  das wirklich meinem Wesen entspricht). Ich jage einer idialtypischen Defintion meiner selbst hinterher. Immer wieder überprüfe ich, wie weit ich noch von dieser entfernt bin:

Tue ich genug für die Uni und bin ich diszipliniert und konsequent beim Lernen? Könnte ich nicht noch deutlich intensiver an meiner Weiterbildung arbeiten? Lebe ich gemäß meiner Verhältnisse und Möglichkeiten ökologisch und nachhaltig genug oder rede ich mir das nur aus Faulheit/Zeitmangel ein, um mich nicht noch mehr mit den Thematiken auseinandersetzen zu müssen? Verschwende ich meine Lebenszeit teilweise mit unnötigen Dingen? Könnte ich meinen Tag effektiver nutzen? Wie schaffe ich es, möglichst viele Aktivitäten in meinen Alltag zu intergrieren? Bin ich unfähig, wenn ich merke, dass mir alles zu viel wird?

… dabei stellt sich jedes Mal aufs Neue heraus: anscheinend setze ich die Maßstäbe zu hoch.

Dennoch kommen Zweifel auf:

Warum scheinen andere das alles so  wunderbar auf die Reihe zu bekommen? Die schaffen so viel an einem Tag, wie ich in einer Woche erledigen kann.

Manchmal ist es bei der Suche nach einer Definition von Vorteil, Vergleiche anzustellen, um dann eine klare Abgrenzung zu den Vergleichsobjekten zu finden. In diesem speziellen Fall ist es hingegen das schlechteste, was man tun kann.

…wenn ich so im Nachhinein, mit dem Wissen um meine fehlerhafte Selbstdefinition/den entsprechenden Kriterien, das Ganze betrachte, frage ich mich: warum suche ich eigentlich so verweifelt nach einer stichhaltigen, festen Definition meiner Person und strebe gleichzeitig nach Weiterentwicklung? Das ist doch paradox!

Ich bin keine Maschine, für die es eine immergültige Bedienungsanleitung gibt und die ihr „Leben“ lang nutzen- und produktionsorietiert arbeiten muss, bis sie so alt und kaputt ist, dass sie auf dem Sondermüllplatz entsorgt wird.

Sich über seine erbrachten/oder nicht erbrachten Leistungen zu definieren und sich mit anderen zu messen (um dabei im Regelfall aus der subjektiven Perspektive heraus schlecht abzuschneiden) ist nicht der richtige Ansatz – das habe ich verstanden.

Doch wie dann verfahren?

Vor Kurzem hat mich ein wundervoller Mensch auf die Großartigkeit der Winnie-Pooh-Zitate aufmerksam gemacht. Im Ernst! Lest sie euch durch und ihr werdet mich verstehen!

Eines davon lautet:

“The things that make me different are the things that make me.” (Winnie the Pooh)

Mit diesem Gedanken, werde ich mich nun weiter auf die spannende Reise begeben, die sich Leben nennt.

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