Bemerkenswert

Wieso? Weshalb? Warum?

Hey Du!🙂

Wie schön, dass du (auf welchem Wege auch immer) zu meinem Blog gefunden hast.

Bevor du anfängst, ein bisschen in den Beiträgen herumzustöbern und ein Stück weit in meine Gedankenwelt einzutauchen, kommt hier noch eine kurze Erklärung, warum dieser Blog überhaupt existiert und was dich thematisch erwartet.

Es ist ziemlich simpel und doch beeinflusst meine Intention für diesen Blog, ob nun bewusst oder unbewusst, die Art und Weise, wie ich meine Beiträge verfasse und auch, wie du sie liest.

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Das neue Jahr kommt selten allein

Noch im Zwiespalt gefangen zwischen der Freude über den neuen Jahresanfang und dem leichten Unbehagen bei dem Gedanken, dass schon wieder ein Jahr vorübergegangen ist, kommen schon die ersten Erlebnisse des neuen Jahres. Man ist natürlich auf der Hut, ab jetzt soll schließlich alles nach Plan laufen. Nichts Unangenehmes darf passieren. Das wäre sonst ein schlechtes Ohmen für die nächsten 365 Tage. Dabei wissen wir doch eigentlich, dass nicht ein Tag vergeht, ohne das irgendetwas nicht  der eigenen Vorstellung nach verlaufen ist.

Dennoch scheinen wir die Angewohnheit zu haben, uns immer wieder an die Hoffnung zu klammern, dass im neuen Jahr alles ganz anders, besser, ja gar großartig wird. Und spätestens nach ein paar Wochen müssen wir uns dann wie in all den Jahren zuvor eingestehen, dass das ein Trugschluss war.

Es ist nicht möglich 365 Tage hintereinander ununterbrochen glücklich durchs Leben zu spazieren. Dafür ist es viel zu sehr dem Wandel untergeben. Alles ist im Fluss. In einem Fluss mit Steinen, Staudämmen und kleinen oder großen Ästen, die uns auf  Um- oder auch gelegentlich auf Abwege führen. Aber so sehen wir deutlich mehr von der Welt, kennen viele Wege in unterschiedlichste Richtungen. Wir können uns mehr und mehr treiben lassen, je weniger wir an steifen Zukunftsvorstellungen festhalten und bei kleinsten Veränderungen ins Bodenlose stürzen. Dann strampeln wir im Lebensfluss panisch umher, schlucken zu viel Wasser, gehen unter, müssen uns mühsam wieder einen Weg an die Oberfläche suchen. Wer sich mit dem Flusslauf treiben lässt, wird nicht untergehen. Diejenigen schweben im Wasser, atmen die klare Luft über ihnen und ruhen in sich. Im Einklang mit allem, was sie umgibt.

Abschied: Von ALT nach NEU

Der Abschied hat viele Formen und Ausprägungen. Er begleitet uns immer und überall hin. Wir verabschieden uns von Menschen, Tieren, Gegenständen, alten Gewohnheiten, Träumen, Orten und vielem mehr.

Hier soll es irgendwie ein bisschen um alle diese Themenbereiche gehen. Aber der ausschlaggebende Punkt war ein Wohnungswechsel und damit der Abschied eines alten und der Beginn eines neuen Lebensabschnittes.

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Weihnachtswahn im Sommer

Seit Ende August stehen schon wieder Lebkuchen, Spekulatius und Glühwein in den Supermarktregalen. Das heißt – wenn der Sommer sich langsam dem Ende zuneigt, werden die Weihnachtsplätzchen schon mal vorsorglich gehortet und spätestens ab Ende September können sich die meisten nicht mehr länger zusammenreißen. Mampfend sitzen sie in T-Shirt und Shorts im Park und vernichten die ersten Lebkuchenherzen, während die Sonne die Schokolade zum Schmelzen bringt. Irre sowas. Doch die meisten bestreiten, dass das irgendwelche gravierenden Auswirkungen auf ihr Jahreszeitenempfinden oder die Vorfreude auf die Winterzeit hat. Hauptsache es erfolgt eine sofortige Bedürfnisbefriedigung. Das ist in unserer Gesellschaft ja nur noch selten ein Problem. Dafür sieht es mit der Frustrationstoleranz eher kritisch aus. Aber dieses Thema wird wohl ein andere Beitrag zu gegebener Zeit nochmal aufgreifen. 😉

Jedenfall verfallen die meisten von uns schon viel zu früh im Jahr in einen Weihnachtswahn. Wahn bedeutet nichts anderes als die „In­halt­liche Denkstörung im Sin­ne ei­ner ob­jektiv falschen, mit der Realität nicht zu ver­einbaren­den Ü­berzeugung, die ver­nünf­ti­gen Gegen­ar­gu­men­ten un­zugäng­lich ist.“ (Pschyrembel Online)

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Nicht selten wird tatsächlich der Realitätssinn an der Nase herumgeführt. Es werden immer häufiger unverhältnismäßig viele, große und teure Geschenke gemacht. Dank riesigen Werbebannern und einer scheinbar unendlichen Bandbreite an Werbespots werden uns stetig neue Wünsche in den Kopf gepflanzt, von denen wir glauben, sie unbedingt erfüllen zu müssen.  Zudem geht es selten um das Schenken und die Freude, anderen einen Freude zu bereiten. Viel mehr steht das Bekommen und das Haben im Vordergrund.

Wie wäre es mal mit einer vollkommenen weihnachtlichen EntWAHNung. Sollte die Weihnachtszeit nicht eine Zeit der Entschleunigung, Besinnlichkeit und Dankbarkeit sein? Eine Zeit für Träumereien, kleine Gedichte und poetische Worte?

Das Licht versinkt im Sternenschnee

Schneeflocken setzen sich sanft auf den Bäumen nieder

Die kahlen Äste wiegen sich im seichten Frostwind

Eiszapfen hängen glänzend von den Dachrinnen herab

Es ist Winterzeit.

Zeit zum Träumen.

Doch dafür ist es selbst jetzt Anfang November eigentlich noch etwas zu früh. Geschweige denn, dass wir in diesem Winter besonders viele Schneeeflocken und Eiszapfen erwarten können. Höchstens in Form einer  Eiszapfen-Lichterkette, die blinkend am Balkon hängt.

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Die Lichterdeko in der Adventszeit beschreibt eigentlich sehr gut unseren allgemeinen Gemütszustand in dieser Zeit. Unruhig, überladen, grell, durcheinander und absolut unharmonisch. Man könnte sagen, dieses Zuviel an Beleuchtung kann einen wahnsinnig machen.

Ich möchte nicht den Wahn, sondern nur den Sinn der Weihnachtszeit erleben. Aber bis dahin genieße ich erstmal noch in vollen Zügen den HERBST. Der kommt, das scheinen viele mittlerweile vergessen zu haben, nämlich noch zwischen Hochsommer und Weihnachtszeit. 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwangsstörungen: Lilly hat ein Problem

Lilly sitzt in ihrem Zimmer. Gerade will sie einen Schluck Tee nehmen, da fällt ihr aus dem Augenwinkel auf, dass die Bettdecke verknittert ist. Schnell stellt sie die Tasse ab und geht hinüber, um die Falten glatt zu streichen. Kaum sitzt sie wieder an ihrem Schreibtisch, weht ein Windhauch ihre Notizzettel ein Stück auseinander. Sofort greift sie danach und schiebt sie ordentlich zu einem Quadrat zusammen. Ecke auf Ecke. So, wie es sich gehört. Zumindest für sie. Endlich schafft Lilly es, einen Schluck Tee zu trinken. Beim Abstellen auf dem Untersetzer fällt ihr Lippenpflegestift um. Sofort stellt sie ihn wieder auf und dreht ihn so, dass die Schrift zu ihr zeigt. Genauso wie die Handcremetube daneben. Darauf steht: „Für Fingerspitzengefühl! Handcreme mit Bio-Guave/Grüne Minze, Naturkosmetik mit Liebe gemacht“. Aber sie muss sich das nicht erst durchlesen, um zu wissen, was darauf gedruckt ist. Lilly liest es jeden Tag mehrmals, wenn sie am Schreibtisch sitzt. Wie ein Ritual. Und das ist ja auch einfach, denn die Beschriftung zeigt schließlich immer zu ihr. Im Badezimmerschrank sieht es ähnlich aus. Alle Tuben sind gleich ausgerichtet und stehen mit möglichst gleichem Abstand zueinander leicht schräg (alle im selben Winkel) in der Ablage.

Lilly möchte eine Folge ihrer Lieblingsserie anmachen und drückt auf Play. Viel zu laut dringt das Intro durch das Zimmer. Deshalb betätigt sie den „LEISERKnopf“ auf der Tastatur. Sie schaut dabei zu, wie auf dem Bildschirm die Lautstärkeskala nach unten geht. Obwohl die Lautstärke nun eigentlich perfekt ist, drückt Lilly einmal auf den „LAUTERKnopf“. Warum? Na ist doch klar. Alles, was nach oben geht, ist gut. Positiv. Sonst könnte ihr an dem Tag vielleicht etwas Schlimmes zustoßen. Da muss man vorsichtig sein!

Das Schlimme ist, dass diese Zwangsgedanken oft an eine innere Urangst geknüpft sind. Wenn Lilly das tut oder jenes lässt, dann – so die Angst – wird etwas Schlechtes geschehen. Manche Zwänge sind auch schon so in den Alltag integriert, dass Lilly sie selbst fast nicht mehr als solche erkennt. Egal, ob man nun zwanghaft ordentlich, einen Putzzwang oder individuelle Zwangsticks  hat – man ist damit garantiert nicht allein.

Problematisch wird die Thematik vorwiegend dadurch, dass die Gesellschaft sie  tabuisiert. Oder schlimmer noch – sie nicht ernst nimmt. Dann heißt es: „Ach, das ist doch alles nur Kopfsache. Du musst dir halt klar machen, dass realistisch betrachtet diese Ängste total unsinnig sind. Also lass doch die Zettel einfach so durcheinander liegen. Wird schon nichts passieren.“ Dieses „Nichternstgenommenwerden“ führt bei den Betroffenen nicht selten zu verstärkten Zwangs- und Angstgedanken, da sie sich missverstanden und ausgeschlossen fühlen. Interessant ist, dass solche Themen überhaupt tabuisiert werden, denn die Psychotherapiepraxen platzen aus allen Nähten und die Wartelisten sind ewig lang. Also haben ja anscheinend sehr viele Leute da draußen Probleme, mit denen sie nicht alleine fertig werden. Aber nur ein Bruchteil dieser Menschen traut sich, dass auch zuzugeben. Und das kann man ihnen bei den Reaktionen teilweise auch nicht verdenken.

Eine der häufigsten Ursachen für körperliche Erkrankungen ist Stress, was nichts anderes bedeutet als die Abwesenheit von Kontrolle über die Umwelt. Das kennt wohl jeder. Damit gehen aber auch Ängste einher.  Ängste führen zu Zwangsstörungen. Aber davon wollen die meisten ja nichts wissen. Unangenehme Themen, die gesellschaftliche Mängel aufzeigen, werden dann doch lieber ganz tief vergraben und verdrängt.

Aber es gibt ja auch immer Ausnahmen. Ich hoffe, du bist eine davon. 🙂

 

 

Fenster sind zum Öffnen da

 

Sie lassen Licht herein. Diese Gucklöcher der Welt.

Vorsichtig schaut man durch sie hindurch.

Sieht kaum sie, sondern nur den Ausschnitt Welt dahinter.

Manchmal sind sie ein Spiegel.

Dann schaut man durch sie nach Innen und Außen zugleich.

Öffnet man sie auch nur einen Spalt breit, atmet man die Luft der wirren Welt ein.

Ein Hauch gegen die Scheibe und die Sicht verschwimmt.

Hinterlässt einen nebligen Film.

Öffne dein Fenster.

Lass die Welt herein.